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Wir leben in den Sechzigerjahren. Der deutsche Krautrock beginnt zu brodeln und zu brutzeln. Die Suppe wird immer experimenteller und psychedelischer, doch immer wieder kocht eine leckere Zutat mächtig hoch und führt zu Explosionen.
Es macht Bumm! Krautrockformationen schießen wie wilde Blumen aus dem Boden, selbst zwischen den Ritzen des Asphalts. Es macht Bumm und die Gruppe GURU GURU steht vor jedem deutschen Club. Sie okkupieren zwischenzeitlich jeden einzelnen Club als wäre es die nächstgelegene Raumstation.
Der wahnsinnige Bassist Uli Trepte, der schräge Gitarrist Ax Genrich und der schlagzeugende Kreativkopf Mani Neumeier sind GURU GURU. Sie sind keine gewöhnliche Band, sie kennen weder Regeln noch Strukturen. Sie spielen eine Suppe aus experimentellem Rock und Free Jazz sowie der Brühe Psychedelic, chaotisch und schön.
Es macht Bumm, wir schreiben das Jahr 1970 und das Debüt ´Ufo´ erscheint. Es wird psychedelisch, monoton und repetitiv. Der Krautrock lärmt. Es macht Bumm, wir schreiben das Jahr 1971 und das Album ´Hinten´ erscheint. Es macht nochmal Bumm, wir schreiben das Jahr 1972 und ´Känguru´ erscheint.
Es macht Bumm, wieder Bumm. Die Einschläge kommen näher. Es macht Bumm und plötzlich schreiben wir das Jahr 2024. Kurz vor Jahresende. GURU GURU leben immer noch und ´Känguru´ wird in einem farbigen Vinyl, auf 500 Einheiten limitiert, wiederveröffentlicht, klanglich aufpoliert von Johannes Scheibenreif.
Es macht Bumm. Du stöhnst ein letztes Mal auf und wir liegen in einer Ecke der Raumstation. Natürlich nicht. Bumm. Wir liegen in einer ranzigen Ecke eines Kellergewölbes und Du stöhnst ein letztes Mal auf. Wir liegen zusammengekauert. Rauch steigt langsam in die Luft. Die Ecke wird zu einer Chill-Zone. Irgendein Freak aus einer anderen Ecke legt ein Vinyl auf, das neue von GURU GURU, dieser verrückten Band.
Guru Guru? Ein KänGuru hüpft umher. Das Universum hüpft dazu, wenn die Meister des Wahnsinns aufspielen.
Bumm. Wir reiten auf dem Schwanz von Nibiru durch das All. Verrückte Klänge, verrückte Rhythmen werden in ´Oxymoron´ im Rauch geboren, die Saiten springen von Americana bis Blues, doch die Gitarre gibt sich schnell der elektrifizierten Wollust hin. Ein spektakulärer Klangkosmos beginnt aufzuflammen.
Plötzlich wird es lustig. Bumm. Nicht. Beginnend mit einer gesprochenen Einleitung folgt in ´Immer Lustig´ ein Marschrhythmus und ein kurzer Rock’n’Roll, ehe sich der psychedelische Rock-Trip im Weltall ausbreitet und immer wieder das Schiff mit einem neuen Einfall zum Weiterfliegen antreibt.
Bumm. Der Bass pumpt und die Gitarre jubelt. Der massige Weg durchs All heißt ´Baby Cake Walk´ und findet immer wieder zu einem weiteren Höhepunkt zurück. Bumm. Letztlich öffnet ´Ooga Booga´ das Tor zu einer weiteren Dimension. Wilde Percussions und brausende Gitarren führen durch diese finale, aufheulende Session.
Kraut-Klassiker. Bumm.
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